Aufrechte Haltung vs. Überstreckung



Rückentraining Bodensee, Haltungstraining Bodensee

Eine aufrechte Haltung ist ein Ziel, das viele Menschen haben. Und zu Recht! Denn unsere tägliche Aufgabe seit dem Tag unserer Geburt an ist es, uns gegen die Schwerkraft zu erheben und zu stabilisieren. Und eben diese physikalische Kraft ist der Grund dafür, dass Haltung anstrengend ist. Jeder, der sich zwischendurch im Auto oder am Schreibtisch selbst ermahnt aufrecht zu sitzen, kennt das langsame zurück sinken nach ein paar Minuten. Weil es Kraft kostet.

Viele Jahre lang hat man im Training die Anweisung gehört „Schultern zurück, Brustbein heben“. Eine Anweisung, die uns vermeintlich in die Aufrichtung bringen soll. Genau genommen stimmt das aber leider nicht ganz. Wenn ich nämlich genau das tue, begebe ich mich in eine Ausweichposition der Brustwirbelsäule. Schulterblätter hinten zu fixieren ist weder ein gesundes und natürliches Bewegungsmuster, noch sorgt es für eine aufrechte Haltung. Es führt bei vielen Menschen, die das häufig üben, sogar zu einer Übersteuerung im BES-Bereich und mehr Verspannungen können die Folge sein.
Eine sinnvolle Übung und Anweisung bezieht sich auf die Kopf- und Beckenposition:
Stell dich an eine Wand, Fersen leicht entfernt. Knie leicht gebeugt. Positioniere das Steißbein so, dass es eher etwas zum Boden zeigt und berühre mit Gesäß und Kreuzbein die Wand. Lehne dich mit dem Schultergürtel ebenfalls dagegen und nun versuche, den Hinterkopf an die Wand zu legen. Kinn und Nasenspitze sollten dabei eher nach unten zeigen und den Nacken ziehst du lang. Die Wand ist die taktile Kontrolle für das Lot. Jetzt bist du aufrecht. Steht der Kopf wirklich genau über dem Körper, brauchen deine Rückenmuskeln viel weniger Kraft. Nimm den Brustkorb ein wenig zurück und lass ihn weich werden. Ziehe dich nur gefühlt an beiden Enden der Wirbelsäule aus einander. Die Länge, die entsteht, ist ein wertvoller Trainingsreiz für eine aufrechte Haltung.

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