Psychische Gesundheit ist DAS zentrale Thema unserer Zukunft – ganz gleich, ob wir auf unser Privatleben oder den Arbeitsplatz blicken. Vertrauen als innere Widerstandsquelle ist unser wichtigstes Werkzeug im Umgang mit Herausforderungen, die wir alle aus unserem Alltag kennen.
Vertrauen als Ressource: Die älteste Antwort auf die Belastungen von heute
Universelle Ansätze für moderne Herausforderungen |
Psychische Gesundheit ist DAS zentrale Thema unserer Zukunft – ganz gleich, ob wir auf unser Privatleben oder den Arbeitsplatz blicken. Wer nach Lösungen sucht, findet schnell unzählige neue Konzepte, komplexe Programme und Produkte, die Abhilfe versprechen. Doch auch hier lohnt sich ein nüchterner Blick auf das, was die Evolution bereits für uns bereithält. Es existieren universelle Erkenntnisse, die Jahrhunderte alt sind und sich nahtlos auf unseren modernen Alltag übertragen lassen. Kürzlich hielt ich für das Team eines Unternehmens einen Workshop zum Thema „gesunde Selbstführung“. Ein Konzept, das für die psychische Gesundheit ganzer Teams genauso wertvoll ist wie für Führungskräfte oder jeden Einzelnen von uns. Dabei haben wir uns angesehen, welche erstaunlichen Parallelen zwischen den Grundprinzipien des Stoizismus, des Zen-Buddhismus und der modernen Salutogenese bestehen. Letzteres ist das jüngste dieser Modelle: In den 1970er Jahren von dem Medizinsoziologen Aaron Antonovsky formuliert, bildet es bis heute ein gängiges Fundament, auf dem sogar die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) basiert. Warum? Weil es universell ist. Es hat sich in der Praxis bewährt – und das deutlich länger als die übliche Halbwertzeit eines modernen Management-Trends.Ur-Vertrauen in verschiedenen Konzepten |
Ob wir es nun Achtsamkeit, stoische Ruhe oder Kohärenzsinn nennen: Diese Prinzipien helfen uns, uns in einer komplexen Welt zu orientieren. In dem Workshop haben wir gesehen, wie wir mit einfachen Maßnahmen lernen können, uns selbst besser zu verstehen, mit unserer Energie hauszuhalten und ein tieferes Vertrauen in unsere eigenen Potenziale zu entwickeln. Antonovsky stellte bei seiner Forschung eine zentrale Frage in den Raum: „Warum bleiben manche Menschen bei gleichen Risikofaktoren und Belastungen gesund, während andere krank werden?“ – welches bessere Beispiel fällt mir da ein als Mick Jagger ;-)?! Die Antwort darauf ist so simpel wie kraftvoll: Es ist ein andauerndes, durchdringendes und dynamisches Gefühl von Vertrauen in das Leben. Dieses Vertrauen – der sogenannte Kohärenzsinn – fungiert als eine generalisierte Widerstandsquelle. Und das Beste daran: Es ist trainierbar. Studien zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen diesem Kohärenzgefühl und unserem psychischen sowie physischen Wohlbefinden. Inhaltlich ist es eng verwandt mit dem, was wir heute als Selbstwirksamkeit, Optimismus oder Resilienz bezeichnen.Das Kohärenzgefühl als innere Widerstandsquelle |
Diese innere Widerstandsquelle ist unser wichtigstes Werkzeug im Umgang mit Herausforderungen, die wir alle aus unserem Alltag kennen. Denk nur einmal an deine eigenen Erfahrungen mit:- einem schleichenden Gefühl von Unzufriedenheit
- Phasen der Überforderung
- sozialen Konflikten im Team oder in der Familie
- Ungewissheit und der Angst vor Veränderung
- dem Gefühl von Stagnation